Die Top 3 Bücher fürs Lettering

So oder so ähnlich wollte ich schon längst mal einen Artikel nennen. Aber eigentlich bin ich nicht der Typ für reißerische Headlines und spätestens seit dem Besuch der Buchmesse in Frankfurt am vorletzten Wochenende, wurden es auch noch mehr Bücher zum Thema Schrift, Kalligraphie und (Hand-)Lettering über die ich gern etwas erzählen würde.

Bücher über das Trendthema Handlettering

Bleiben wir erstmal beim Handlettering

Einige Bücher zu dem Thema stelle ich Euch heute kurz vor und nenne das Wesentliche, was sie ausmacht. Vielleicht, nein, hoffentlich erleichtert dies Euch die Entscheidung, welches für Euch persönlich das passende ist.

Die unter Euch, die bereits lange am schön schreiben sind, kennen wahrscheinlich auch bereits die meisten Bücher. Auch sind meisten von der Ausrichtung eher für den Einsteiger gedacht, aber vielleicht ist ja trotzdem noch was Neues für Euch dabei!?

Eines vorweg: natürlich fließt hier meine Meinung mit ein, mein Empfinden, aber eine Wertung kann nur jeder für sich selbst machen. Das folgende ist auch kein Ranking, sondern nur eine Liste von Büchern rund um das Thema Handlettering. Sicherlich unvollständig, denn ich habe gewiss noch nicht alle Bücher in den Händen gehalten.

Inhalte: Nach was man etwas differenzieren kann oder sollte damit die Erwartungen erfüllt werden
· Grundlagen – einfach oder ausführlich: Was weiß ich schon? Will ich mehr wissen?
· Alphabete und Vorlagen – zum Nachschreiben und Abpausen: Brauche ich das?
· Kompositionen – Kompliziertere Zusammenstellungen mit unterschiedlichen Schriftstilen
· Anwendungen und DIY-Ideen: Inspirationsquellen
Auf was davon liegt Dein Fokus?

 

Grundwissen im Handbuch Handlettering von Chris Campe zu Lettering und Illustrativer Schrift

Das Buch von Chris Campe: Grundwissen zu Handlettering und Illustrativer Schrift.

„Handbuch Handlettering: Eigene Buchstaben & illustrative Schrift gestalten“ Chris Campe, Haupt Verlag, 2017

Mit diesem Buch fange ich an, weil es definitiv die meisten und fundiertesten Grundlagen zu Schrift liefert. Woher kommt Schrift, wie ist sie aufgebaut und warum. Welche Formen entstehen durch welche Werkzeuge. Wie komme ich selbst zu Ideen, schärfe mein Bewusstsein, wie verbessere ich mein Auge und damit meine Hand.

Erst kurz vor der Mitte des Buches taucht der Pinselstift auf: Lettering mit dem Brushpen sieht Chris als Einstieg um mit illustrativer Schrift das Kunstwerk zu vervollständigen. Dabei beschreibt sie verschiedene Herangehensweisen. Für manchen Leser ist das alles zu sehr Lehrbuch. Aber hey, man will ja auch was lernen, wenn man ein solches Buch liest! An großartigen Beispielen zeigt sie wie sie von Skizzen, über Entwürfe, bis hin zum digitalen Ergebnis kommt. Lehrreich und dazu noch mit sympathischem Wortwitz.

Dieses Buch ist keine Vorlagensammlung, keine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nachmalen, kein DIY-Buch und genau damit unterscheidet es sich von so vielen anderen. Vielmehr ist es geballtes Wissen, verständlich erklärt ohne zu viel Schmuck drum herum und trotzdem jede Seite schön anzusehen.

 

Die Kunst der schönen Buchstaben - Anleitungen für's Handlettering von Frau Annika.

Die Kunst der schönen Buchstaben – Anleitungen für’s Handlettering von Frau Annika.

„Handlettering – Die Kunst der schönen Buchstaben“ Frau Annika, frechverlag, 2015

Das erste Buch zum Thema was bei mir einzog. Ich gebe zu, mittlerweile habe ich es weiter verschenkt. Gewiss aber nicht, weil es kein gutes Buch wäre. Für mich war es ein guter Einstieg in Materialien und die Technik des „Immer wieder Durchpausens“ von Skizzen mittels Transparentpapier bis zum fertigen Ergebnis. Es liefert Anreize und Ideen, macht Lust weiter am Thema dran zu bleiben. Bei jedem kleinen Projekt, dass sie vorstellt, tauchen kleine aber feine Tipps auf. Also genau hinsehen!

Die Kreidetafel-Optik des Umschlags wird übrigens auf weiteren Büchern der Reihe fortgesetzt: Das große Buch der Schmuckelemente sowie die beiden Übungshefte.

 

Umfassender Überblick in Frau Hölles Buch Handlettering Alphabete.

Umfassender Überblick in Frau Hölles Buch Handlettering Alphabete.

„Handlettering Alphabete – Schritt für Schritt zur eigenen Schönschrift“ Tanja „Frau Hölle“ Cappell, EMF Verlag, 2017

Vermutlich ist das das Buch mit dem größten Hype oder der besten Social Media Strategie (Chapeau Frau Hölle). Zumindest waren die beiden Signierstunden auf der Frankfurter Buchmesse bei weitem nicht ausreichend für den Andrang und so saß Tanja sicher über sechs Stunden am Stand des Verlags.

Aber zum Buch: Es liefert einen Überblick zum Material und reißt sämtliche Themen vom einfachen Lettering bis zur Modernen Kalligraphie an. Da es sich vor allem an Einsteiger richtet, finde ich diesen Überblick schön – es schafft Klarheit über die Unterschiede der Techniken.
Dazu bietet das Buch viele Vorlagen und Alphabete, schöne Ideen für was man Handgeschriebenes verwenden kann. Sogar digitales Lettering mit dem iPad und Procreate findet seinen Platz im Buch, mit genauen Hinweisen zu den verwendeten Brushes. Umrahmt wird alles mit Fotos die Lust darauf machen alles selbst zu probieren. Dazu gibt es auf Postern die Buchstaben zum Abpausen. Vor allem aber hat es das schönste Vorsatzblatt mit dem Mantra, dass den Nagel auf den Kopf trifft: „Übung Übung Übung…“

 

Kombination aus Handlettering und Aquarellfarbe - May and Berry zeigen wie es geht.

Kombination aus Handlettering und Aquarellfarbe – May and Berry zeigen wie es geht.

„Handlettering Watercolor“ May and Berry, Yasmin Reddig und Sue Hiepler, frechverlag

Auf der Buchmesse Frankfurt hatte der frechverlag (besser auch als TOPP Kreativ bekannt), zum Bloggertreffen mit einem Workshop mit den beiden Autorinnen geladen. In der Goodie Bag fand sich auch das Buch in dessen Inhalte wir in kurzer Zeit einen Einblick bekommen hatten.

Was dieses Buch von den anderen hier aufgeführten unterscheidet: Es verbindet das Handlettering mit Aquarellmalerei. Zu Schrift kommen also Bilder und Illustrationen. Eine spannende Kombination und sicher für viele eine große Inspirationsquelle und Anstoß sich der Aquarellmalerei zuzuwenden.

Auch dieses Buch beginnt natürlich mit gewissen Grundlagen und Materialhinweisen. Doch schnell ist man bereits im zweiten Kapitel mit zehn Projektanleitungen. Wie genau man diese umsetzt oder variiert bleibt jedem selbst überlassen. Kapitel 3 trägt den Namen „Schatzkästchen“. Darin enthalten sind mehrere florale Aquarelle, Linienvorlagen fürs Lettering, sowie mehrere unterschiedliche Alphabete.

 

Von der eigenen Handschrift zum ganz eigenen Handlettering mit Dots and Stripes.

Von der eigenen Handschrift zum ganz eigenen Handlettering mit Dots and Stripes.

„Meine Handschrift, mein Handlettering“ Dots and Stripes, frechverlag

Die beiden Autorinnen hinter Dots ans Stripes habe ich eine Woche vorher auf der insights-x in Nürnberg bereits kennen gelernt. Ihr Buch konnte ich auf der Buchmesse nun intensiver durchblättern. Es beginnt wirklich mit der Handschrift, der alltäglichen, die viele für eine „Sauklaue“ halten.

Aber der Punkt ist doch, schreiben können wir schon mal. Weiter geht es damit die eigene Handschrift als Grundlage für die eigene Handletteringschrift zu nutzen und auszubauen. Ein Konzept, das mir sehr gefällt: Eigene Buchstaben sind viel schöner als das Kopieren von fertigen Alphabeten.

Neben den Grundlagen und typischen Werkzeugen werden im Buch von Chris und Mia vor allem schöne DIY-Ideen gezeigt. Zusätzlich gibt es Links zu Video-Anleitungen der beiden Autorinnen.

 

Schöne Zeichen setzen - mit Julia Kerschbaumer wird Schrift sehr illustrativ genutzt.

Schöne Zeichen setzen – mit Julia Kerschbaumer wird Schrift sehr illustrativ genutzt.

„Handlettering – Schöne Zeichen setzen“ Julia Kerschbaumer, Magellan, 2017

Dieses Softcoverbuch kam mir eher zufällig unter die Finger. Das Vorwort beginnt mit dem Wort „Schildermaler“ und gibt den Hinweis woher das „Handlettern“ wirklich kommt. Ich gebe zu, viel mehr habe ich nicht gelesen – aber ich habe die vielen schönen Beispiele an Kompositionen bestaunt, die durch schöne Schnörkel und Verbindungen auffallen. In einigen eigenen Arbeiten habe ich diese als Grundlage genutzt.
Der Inhalt erschließt sich allein durch die Bilder. Seht das also bitte als dicken Pluspunkt! Aber eben nur für Menschen die gerne bewusst hinschauen.

Julia Kerschbaumer arbeitet aber auch in ihren Illustrationen mit sehr viel Schrift. Schaut in ihr Portfolio und ihr werdet begeistert sein!

 

Bücher, die ich zu gern mal länger in den Händen halten würde…

 

„Handlettering von A bis Z: Schreiben und gestalten“ Hannah Rabenstein, EMF Verlag, 2016

Dieses Buch habe ich bisher nur flüchtig durch blättern können. Dabei fallen die einzelnen Werke sehr ins Auge. Die Kompositionen wirken alle „rund“, abgeschlossen, perfekt. Egal ob eine gebrochene Schrift, Graffiti-Style, feine Linien eines Füllers,… Die vielen Anwendungsbeispiele auf unterschiedlichsten Materialien lassen erkennen: Hannah hat da dieses Ding mit den Buchstaben – immer und überall.

Zum Buch gibt es beim EMF Verlag auch ein Postkartenblock mit Motivvorlagen und einen Wandkalender für 2018 mit 24 schön geschriebenen Sprüchen von Hannah.

 

„Handlettering – Schöne Schriften, Schritt für Schritt“ Katja Haas, Lingen Verlag, 2017

Auf der Buchmesse in Frankfurt konnte ich Katja Haas eine Weile über die Schulter blicken, wie sie routiniert für unzählige Besucher des Messestandes Namen schrieb. Faszinierend dabei zu beobachten wie jemand den Stift hält, wie immer der gleiche Stil zu erkennen ist und doch immer wieder Variationen entstehen. Das Buch interessiert mich genauso wie das zu diesem Buch erschienene Übungsheft.

 

„Lust auf Lettering – Ein praxiserprobter Workshop in zehn Schritten“ Martina Flor, Verlag Hermann Schmidt, 2016

Ein Buch an dem sich scheinbar die Geister scheiden… zumindest wenn man den Amazon-Rezensionen glauben darf. Wie gesagt, ich kenne es (noch) nicht. Aber das Portfolio, welches sie auf ihrer Webseite zeigt, spricht für ein großes Wissen rund um Schrift und inspiriert sehr.

 

„Handlettering – 30 kreative Projekte für Papier, Keramik und Co.“ Anna Schneider, Christian Verlag

Auf dieses Buch wurde ich erst vor ein paar Tagen aufmerksam. Aber vielleicht kann ich in einem Monat mehr dazu sagen – Siehe unten!

 

„Handlettering eBook – 150 Schriftarten“ und „eBook How to Schnörkel“ Christin Stapff alias Mädchenkunst, 2017

Nun, in den Händen halten ist bei einem eBook irgendwie relativ. Aber sicher ist so etwas in der heutigen Zeit nicht uninteressant. Vor allem hat Christin ihre beiden Bücher so ohne Verlag veröffentlicht. Hut ab! Leider kann ich Euch zu deren Inhalt nichts sagen, werde es aber nachholen, wenn ich die Gelegenheit hatte darin zu lesen.

Bis dahin empfehle ich Euch schon mal Christins You Tube Kanal. Dort lettert sie und zeigt schöne Schritt-für-Schritt Anleitungen auch für Aquarell.

 

Habe ich ein Buch vergessen, dass aber auf alle Fälle in eine TOP-Liste gehört?
Ergänzt es doch in den Kommentaren!

Nun habt Ihr einen kleinen Überblick bekommen und vielleicht ein neues Buch entdeckt. Es tut sich wirklich viel in die Richtung Handlettering. Vom Grundlagenbuch bis zum Buch mit DIY-Tipps.

Aber auch im Bereich Kurse tut sich unheimlich viel.
Ob nun Workshops vor Ort oder Online.

Wer hier nicht öfter mitliest: Ich war bereits bei Frau Annika und bei Chris Campe. Ganz unterschiedliche Kurse, beide super, beide würde ich sofort wieder machen. May and Berry gaben einen Kurz-Workshop auf der Frankfurter Buchmesse für zwanzig Bloggerinnen – Trotz des Messerummels sehr routiniert und nett. Sie bieten regelmäßig in ihrem Studio in Bonn Workshops mit verschiedenen Themenschwerpunkten an.

Achtung an die Rhein-Main-Region: Barbara, von Die-Photographin, hat nun einen Workshop organisiert: er findet am 25. November mit Anna Schneider in Wiesbaden statt. Weitere Infos findet Ihr auf ihrer Webseite > Increase Creativitiy.

An einen Onlinekurs habe ich mich bisher nicht gewagt. Aber vielleicht ja Ihr und Ihr könnt was dazu erzählen? Oder habt Ihr gar selbst einen Onlinekurs für Handlettering auf die Beine gestellt?

Eine kleine Ankündigung zum Schluss: Der frechverlag (TOPP) hat wieder einen Bloggeradventskalender auf die Beine gestellt – und ich bin dabei. Also dran bleiben!

PS: Wer den ein oder anderen Link angeklickt hat, wird festgestellt haben, sie führen alle zu den Verlagen oder Autoren. Es handelt sich nicht um Affiliate Links. Ich denke, beim großen Online-Versand findet Ihr die Bücher alle auch selbst. Aber vielleicht geht Ihr auch einfach mal in den nächsten Buchhandel?! Die freuen sich über Euch, Ihr könnt das Buch selbst vor dem Kauf noch mal in die Hand nehmen, blättern und selbst entscheiden ob es zu Euren Erwartungen passt. Und ach ja, falls es nicht vorrätig ist: Der Buchhandel bestellt es auch sicher sehr gern für Euch.

#supportyourlocaldealer

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