Es weihnachtet sehr…

Drei 3D-Ornamente aus goldener Folie hängen an einem Kiefernast in einer roten Vase.

Schimmernde Prägefolie für glänzende Weihnachtsstimmung

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In den letzten Wochen ist bei mir regelrecht das weihnachtliche Schaffen ausgebrochen! Warum? Wo ich doch sonst nicht so der Deko-Typ bin und Weihnachten für mich ganz plötzlich am 23. oder 24. Dezember erst vor der Tür steht?

In den vergangenen Jahren hatte ich meist viele Projekte laufen, die für das neue Jahr waren. Vom Fastnachts-Showtanz bis zur Oldtimer-Messe. Aber schon im Sommer an Weihnachten denken – das mache ich beruflich. Zuhause ging das immer etwas unter.

Doch dieses Jahr war alles anders!

Nun, nicht alles, aber doch einiges. Wäre alles anders, wäre dieser Artikel lange vor Weihnachten und nicht so kurz vorm Jahreswechsel fertig geworden und nicht so viele Anpassungen im Text vorhanden.

Daher versuche ich jetzt für Dich den Bogen zu spannen, wie hier eines zum anderen kam – was das nun mit der erwähnten Prägefolie zu tun hat und wie diese zu kleinen Deko-Anhängern wurde. 
Gern kannst Du auch diesen Teil überspringen und zu dem kleinen „How to“ weiter unten wechseln! 

Krippenweg 2026 in Dauborn

Seit 2021 gibt es in meinem Heimatdorf einen von der evangelischen Kirche Dauborn angestoßenen und organisierten Krippenweg. Dafür hatte ich mal Krippenfiguren gezeichnet, auf Holz drucken lassen, ausgesägt und in eine Krippe vor unserer Haustür gestellt. Du findest Sie in diesem Blogartikel.

Nachdem diese Krippe nun drei Jahre bei uns stand, wollte ich dieses Jahr ich eine neue Krippenszene. Schon im Sommer fiel meine Wahl auf eine alte Laterne aus Metall in unserem Garten. Zu der erzähle ich später vielleicht noch etwas. Denn eigentlich war eine andere (ja, ich betreue dieses Jahr gleich mehrere) der Antrieb, die schon vor dem letzten Weihnachtsfest gekaufte Prägefolie endlich auszuprobieren: 

Eine Krippe aus Konservendosen

bei denen verschiedenen Elemente der Figuren aus dem Metallpapier gestaltet sind. Aber auch davon kann ich Dir jetzt und hier (noch) nichts erzählen, denn ich habe noch nicht damit angefangen! Davon erzähle ich weiter unten auch etwas.

Wie es bei mir so häufig ist, da kam erst noch ein anderes Projekt dazwischen:

Wilder Wein wird zu Deko-Kränzen

Die Jungfernrebe wächst seit ein paar Jahren in und auf meiner Hecke. Die Pflanze stammt aus Nordamerika und ist bei uns nur “heimisch”, weil der Mensch sie eingeführt hat. Sie ist ein Neophyt.
Trotzdem sieht sie hübsch aus –besonders die rote Herbstfärbung der Blätter– und zum Glück bietet sie immerhin ein paar (wenigen) Insekten(arten) sowie später Vögeln Futter.
Ansonsten ist sie doch sehr ausbreitungswütig, schafft locker 2 Meter Ranken pro Jahr.

Wo sie wächst und durch die Vögel verteilt wird, ist sie auch schnell in der gesamten Umgebung zu finden.

Schon in den letzten Jahren habe ich die langen Triebe des Wilden Weins zu Kränzen geflochten und gewickelt. Diese habe ich bei uns im Hof auf gehangen und im Freundeskreis verschenkt.

In diesem Jahr war der Wilde Wein aber wirklich wild! Ein Drittel der Hecke hat er überwachsen und musste daher zurück geschnitten und ausgegraben werden. Sonst habe ich im kommenden Jahr nicht mehr viel von meiner Hecke…

Bei meinen Abenden mit dem Kater im Garten entstanden daher viele verschiedene Kränze, kleine und große, dicke und dünne, ordentliche und “wilde”.

Nur was mit den Kränzen machen?

Ein bisschen Deko daran wäre schon fein. Da fiel mir die Prägefolie wieder ein, die schon über ein Jahr in der Schublade lag und auf den Einsatz wartete. Perfekt für glänzende Dekorationen und Ornamente an den Natur-Deko-Kränzen! Und eine super Übung um dann für die Krippenfiguren direkt loslegen zu können.

Mein Material für das Embossing

Die Alu Prägefolie in Silber und Gold hatte ich vor einem Jahr von der Marke Folia bestellt. Es gibt diese auch in Kupfer. An sich wollte ich gern hochwertiges Material (ich hatte „echtes Metall“ im Kopf), war aber bei der Auswahl, den vielen unterschiedlichen Beschreibungen und Rezensionen bei X verschiedenen Anbietern so genervt, dass ich auf das zurück gegriffen habe was ich seit meiner Kindheit kenne.

Die Prägestifte, auch Prickelstifte genannt, sind eine wenig kostenintensive Anschaffung für das Embossing im Metall. An sich geht es aber auch mit einem stumpfen Bleistift, einem leeren Kugelschreiber, einer dünneren Häkelnadel,… – aber da ich noch andere Projekte damit im Sinn habe, ist ein Set bei mir eingezogen.

Als Unterlage eignen sich Materialien die leicht nachgeben. Eine weiche Schreibtischunterlage, ein Korkuntersetzer, eine stabile Filzmatte… ich habe einfach einen College-Block genommen. Wichtig ist eben, dass das Material nachgibt wenn man mit dem Prägestift über die Folie geht.

Eine Schere zum Zuschneiden – wobei eine kleine Silhouettenschere durchaus hilfreich ist, wenn man kleinere Bögen, Rundungen und Kanten schneiden möchte. Eine Nagelschere tut’s auch. Um diese muss man keine Angst haben, dass sie stumpf werden könnte, eher ist das Gegenteil der Fall.

Eine Nadel zum Durchstossen der Löcher zum Aufhängen. Wer eine Prickelnadel oder eine Ahle hat, kann das mit viel Gefühl damit machen.

Zum Schluss Draht oder Kordel nach Wahl um die Ornamente aufzuhängen.
Oder aber man klebt die Ornamente einfach auf Papier – zum Beispiel für eine Weihnachtskarte.

Skizzen für die Ornamente

Angefangen habe ich mit einem Nussknacker und einem schwedischen Dalapferd. Aber warum eigentlich nur Pferde? So entstand erst ein Dala Dackel, dann eine Katze und zum Schluss eine Friedenstaube mit dem typischen Muster.

Dazu verschiedene Sterne sowie Blätter der Stechpalme als typische Motive für Weihnachten. Gerade die Blätter eigneten sich dazu frei Hand auf übrig gebliebene Stücke der Folie gezeichnet zu werden.

Ansonsten ist mein Vorgehen wie folgt: ich lege meine Skizze auf die Folie, fixiere das Papier mit etwas Washi Tape, um die ersten Linien nachzuziehen. Das Motiv wird damit ähnlich übertragen wie wenn man mit Pauspapier arbeiten würde. Nutzt man für die Skizze bereits Transparentpapier, sieht man sehr gut, welche Linien man schon hat und kann, sollte doch was verrutschen, nochmal gut nachjustieren. Und man kann das Transparentpapier einfach umdrehen wenn man ein gespiegeltes Motiv möchte – besonders bei Schrift sehr praktisch!
Noch ausschneiden, die Kanten etwas säubern und fertig.

Easy Peasy Stern aus Prägefolie

Für den Stern habe ich mir eine einfache Hilfe genommen: Ein Plätzchen-Ausstecher. Diesen einmal fest auf die Prägefolie gedrückt hat man bereits die perfekte Outline zum Nachfahren oder Ausschneiden. 

Häufigste Frage: Embossing nur auf einer Seite?

Die Ausarbeitung des Sterns zeigt schön was mir ganz wichtig geworden ist: Das Arbeiten mit dem Prägestift auf beiden Seiten. So entstanden beim Stern –ähnlich wie beim Origami Falten– Berg- und Talfalten durch die gezogenen Linien auf der einen und auf der anderen Seite und damit ein richtiger 3D-Effekt.

Bei anderen Elementen verstärkt es den Effekt, bei wieder anderen ist es interessant, wie Elemente zusammen wirken, wenn das eine von vorn und das andere von hinten geprägt wurde. Vor allem aber verleiht es vielen der Motive eine gewisse Stabilität. 

Ganz typisch für mich: Sämtliche Motive bekamen eine Art Outline. 

Diese Outline entstand aus der ersten Linie und dem dicht dran entlang fahren auf der Rückseite der Folie. Noch mehr verstärkt wird es, wenn man das auf beiden Seiten der ersten Linie macht.

Dabei kann man variieren zwischen starken, tiefen Linien –bis die erste eine richtige Wulst ergibt– oder feinen, die nur die erste Linie etwas betonen.

Beim Nussknacker sieht man schön, wie die Knöpfe am Ärmel und Nase von einer Seite, Schnurrbart und Grütel von der anderen Seite geprägt sind.

Nachfahren einer Prägelinie am Hut des Nussknackers.

Was ist diese Prägefolie eigentlich?

Embossing- oder Prägefolie ist eine Hartmetallfolie, erhältlich in verschiedenen Stärken. Zwischen 0,04 mm (40µm, z.B. Alufolie von Folia mit Gold auf der einen und unterschiedlichen Farben auf der anderen Seite), 0,07 mm (70µm z.B. DIY Alu Prägefolie von Folia oder von der Buntpapierfabrik Ludwig Bähr URSUS) bis zu 0,15 mm (150µm z.B. von Rayher) findet man sie im Bastelbedarf.

Die gängigen Farben sind Gold, Silber und Kupfer. Die Standard-Formate sind irgendwas rund um Din A4, damit sie sich gut verpacken und verkaufen lassen. Es gibt allerdings auf Rollenware.

Als Hartmetall bezeichnet man einen Verbundstoff bzw. eine Legierung, aus metallischen Hartstoffen und einem Bindemittel, wodurch sie weniger hart als reine Hartstoffe ist, aber auch deutlich zäher. Die Prägefolien im Bereich Basteln sind meist aus Aluminium.

Es gibt ausserdem Kupferblechfolie mit der sich prägen und damit dreidimensional arbeiten lässt.

Achtung beim Shopping! Verwechselt Prägefolie z.B. nicht mit dem Alu-Bastelkarton von Folia, wobei man damit sicher auch schöne Dinge machen kann. In den letzten Wochen habe ich gesehen, wie Menschen Upcycling betrieben haben mit fester Alufolie aus dem Haushalt, aber auch mit aufgeschnittenen Tuben von zum Beispiel Tomatenmark. Je nachdem was man vor hat, gibt es da ganz toll Ideen!

Und wie sehen die Ornamente an den Kränzen nun aus?

Sehr fein! Manche habe ich stabil oben und unten im Kranz mit Draht befestigt, andere sind nur oben fest und können im Wind tanzen.

Kleiner Einschub: In den letzten vier Wochen ist auf Social Media der Prägefolien-Trend zum regelrechten Hype geworden!

Ich bin sehr froh, schon vorher angefangen zu haben, denn –und vielleicht kennst Du das– wenn etwas mal überall auftaucht, an jeder Ecke, in jedem Feed, dann vergeht mir daran ganz fix die Lust.

Mir war es wichtig ohne Anleitung und ohne großes Googeln (heute würde man wohl ChatGPT fragen…) anzufangen und auszuprobieren. Drauf los! Ausprobieren, experimentieren und im besten Fall ein ansehnliches Ergebnis.

Dafür halte ich die Prägefolien für sehr geeignet. Das Material verzeiht einiges und lässt viel zu. Von Korrekturen bis zur Detailverliebtheit. Schon kleine, einfache Motive erzielen eine große Wirkung und durch die leichte Handhabung ist es ein tolles Material zum Basteln mit Kindern.
Von den vielfältigen Ideen was man außer Ornamenten noch alles mit der Hartmetallfolie verzieren könnte mal ganz abgesehen.

Wenn Du doch eine ausführliche Anleitung suchst und Vorlagen benötigst, hab ich da einen kleinen Tipp für Dich: Nadine alias @konfettirausch hat einen Guide und 50 Vorlagen zum Download zusammen gestellt. Du findest Sie auf ihrer Webseite.

Nächstes Projekt: Die Krippenfiguren mit Teilen aus Prägefolie!

…oder bestelle ich mir doch noch echtes Kupferblech? Langsam drängt die Zeit… Zur Info: Ja, ich habe mittlerweile Kupferblech bestellt. Aber Nein, nicht für die Konservendosen-Krippenfiguren verwendet.

Die unterschiedlich großen Dosen sind alle minimal dekoriert worden. So haben Ochse und Esel nur Hörner und Ohren aus gewickeltem Draht erhalten. Der Schäfer hält einen Stab aus Schachlik-Stäbchen und Draht und hütet Schafe deren Dosen mit einem ausgewickelten Topfreiniger (Stahlschwamm) überzogen sind. Die heilige Familie und der Engel darüber haben einen aus Draht gewickelten Heiligenschein.

Aus Prägefolie entstanden vor allem und alles überstrahlend die großen Flügel des Engels in Gold. Wie, hast Du weiter oben ja schon gesehen. Maria trägt ein Herz auf der Brust, Joseph einen erblühten Stab (ist wohl ein bekanntes Symbol – Kennst Du es?). Außerdem bringen die drei Weisen aus dem Morgenland ihre Gaben Weihrauch, Myrrhe und Gold aus Prägefolie zur Krippe in Bethlehem.

Die Elemente sind alle –bis auf die Flügel– “frei Hand” auf die Folie gezeichnet worden. Ausgeschnitten und mit Heißkleber (Achtung! Dose wie Folie werden dabei sehr heiß!) auf die Konservendosen gebracht worden. Nur die Stäbe sind mit einer Art “Draht-Arm” an die Dosen gebunden.

Next Level: 3D-Objekte mit Prägefolie

Ich gebe zu, dabei habe ich meine vorweihnachtliche Geduld überschätzt. Genauso wie die Klebekraft auf der Prägefolie. Aber: Mit etwas Hilfe hat es immerhin für drei Ornamente gereicht, auch wenn ich noch viele mehr geplant hatte.

Mein Plan waren verschiedene Ornamente, wie man sie gern aus Papier bastelt, aus Prägefolie zu erstellen. Das geometrische Motiv aufbringen, verzieren und ausschneiden, selbst das akkurate Falten war kein ein Problem.

Schwierig wurde es beim Verkleben. Wir haben viele verschiedene Kleber ausprobiert um beim klassischen Fixogumm zu bleiben (auch wenn es nicht perfekt hält). Beim Heißkleber scheiterte ich am Zusammenhalten der Klebeflächen ohne mir die Finger zu verbrennen.

Einige Kleber lösen die Farbe auf der Prägefolie ab und kleben doch nicht. Andere halten kurz um sich dann doch wieder zu lösen. Was für ein Stück Folie auf einer Papiergrußkarte noch gut funktioniert, wird bei einem 3D-Falt-Ornament dann aber doch schwierig.

Mancher Klebstoff löst die goldene Beschichtung auf der Prägefolie ab und klebt doch nicht zuverlässig.
Mancher Klebstoff löst die goldene Beschichtung auf der Prägefolie ab und klebt doch nicht zuverlässig.

Daher meine Aufgabe bis zum nächsten Advent: Den perfekten Kleber finden! Dazu werde ich auf der Creative World in Frankfurt Anfang Februar mindestens bei Folia nachfragen.

Die Krippen in Dauborn sind noch bis ins neue Jahr zu bewundern.

Falls Du aus der Gegend bist, komm doch mal vorbei! Ansonsten bleibt mir an dieser Stelle ein letzter Gruß für dieses Jahr und ein Wunsch für ein gesundes, neues Jahr 2026!

PS: Wenn Du hier öfter mitliest und denkst “Hä? Beim letzten Mal waren die Pläne noch Linoldrucke! Und wann zeichnet sie denn auch noch?” Jepp, sind sie auch immer noch – und dazu ist kurz vor Weihnachten auch noch einiges in die eh zu kleine Wohnung eingezogen. Im neuen Jahr beginnt das große Experimentieren! Und ja, Zeichnen werde ich in den nächsten Wochen und Monaten (hoffentlich, nein ganz sicher) auch wieder viel mehr – ob es allerdings den Weg in meinen Instagram-Schaukasten oder hier in den Blog findet… nun, das wird sich zeigen.

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  • 20. Januar 2026
    Fantasivollen Buchschnitt malen – Leoni Pfeiffer

    […] Mal im Try-and-Error-Prinzip für mich allein (wie bei meinen Ornamenten aus Prägefolie, die Du hier im Blog findest) und mal unter Anleitung, entweder bei Freundinnen oder in Workshops. Einige Themen stehen dazu auf […]

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