Inktober 2025

Inktober Schriftzug mit gezeichnetem Tintenfass und der Unterzeile Übersetzung der Prompt List 2025

Schon wieder Inktober?

Wie doch die Zeit vergeht, wenn man beschäftigt ist und sei es nur damit beim Weltgeschehen nicht den Verstand zu verlieren. Da ist der Inktober – die Zeichen-Challenge im Oktober – vielleicht die passende Zerstreuung! Ja, nein, vielleicht?

Aber was ist dieser Inktober überhaupt?

Nun, diese Frage habe ich hier im Blog schon ein paar Mal beantwortet, aber da wiederhole ich mich gerne (auch wenn es noch nicht so lange her ist und Du gar nicht weit hier im Blog scrollen musst).

Jake Parker initiierte die Aktion 2009 als tägliche Zeichen-Challenge im Oktober. Schwarz-Weiß sollte es sein, einfach, mit Mitteln die man im besten Fall direkt zur Hand hat. Damit man ins Machen kommt, damit man übt, sich entwickelt und dies an den 31 entstandenen Zeichnungen (im besten Fall) sieht. Die Werke werden mit dem passenden Hashtag* in den Sozialen Netzwerken geteilt, damit man sich untereinander austauschen und unterstützen kann.

*Tipp: zum Suchen im Explorer Feed von Instagram gehört mittlerweile das # vor das Wort, damit Insta Dir die entsprechenden Posts anzeigt.

Zeichnen, teilen, wiederholen!

Seit 2016 gibt es eine offizielle Inktober-Prompt Liste von Jake Parker, die Anfang September bereits veröffentlicht wird. Diese Listen habe ich in den letzten Jahren immer übersetzt, da mich die englischen Worte oft erstmal verwirrt und damit ausgebremst haben. Auch weil mir nicht immer klar war, ob es Substantiv, Verb oder doch ein Adjetktiv ist was gemeint ist. Daher auch dieses Jahr wieder:

Meine Übersetzung der Inktober “Aufforderungsliste” für Dich

1. MUSTACHE
Schnurrbart, Oberlippenbart

2. WEAVE
Gewebe, Webart, Bindung, Fadenlauf; (ver)weben, flechten, erfinden, ausspinnen/ ersinnen

3. CROWN
Krone, Baumkrone, Zahnkrone, Zenit; krönen

4. MURKY
trüb, düster

5. DEER
Hirsch

6. PIERCE
Durchbohren /-stechen, durchdringen, lochen

7. STARFISH
Seestern

8. RECKLESS
Rücksichtslos

9. HEAVY
Schwer, stark, schwierig, erheblich, wuchtig

10. SWEEP
Fegen, kehren, etwas durchsuchen;
Schornsteinfeger, Schwung, Bogen, Zeitablenkung

11. STING
Stich, Stachel;
stechen, brennen, beißen

12. SHREDDED
Zerfetzt, zerkleinert, geschreddert

13. DRINK
Trinken, der Drink / das Getränk; anstoßen

14. TRUNK
Kofferraum, (Baum)Stamm, Rüssel, Körper/ Torso/ Rumpf

15. RAGGED
Zerlumpt, struppig, zerrissen

16. BLUNDER
Fehler, Fauxpas, Fettnäpfchen; Mist bauen, sich blamieren

17. ORNATE
Verzierung

18. DEAL
Abkommen

19. ARCTIC
Arktis, arktisch

20. RIVALS
Rivalen, Gegner, Konkurrenten, Kontrahent

21. BLAST
Explosion, Sprengung, Knall, Druckwelle, Standpauke: sprengen

22. BUTTON
Knopf, Taste, Schaltfläche

23. FIREFLY
Glühwürmchen

24. ROWDY
Randalierer, Schläger, Krawallmacher; rauflustig, ungehobelt, laut, gewalttätig

25. INFERNO
Inferno, Fegefeuer, Hölle

26. PUZZLING
Rätselhaft, verwirrend, verblüffend, knobelnd, grübelnd

27. ONION
Zwiebel

28. SKELETAL
Skelett

29. LESSON
Lektion, Unterrichtsstunde, Aufgabe, Denkzettel

30. VACANT
Frei, leer, leerstehend, ausdruckslos;
Vakanz, unbesetzt, offen

31. AWARD
Preis, Auszeichnung, Verleihung, Vergabe, gewähren, zuerkennen

Im letzten Jahr waren viele etwas enttäuscht über die Liste. Sie war sehr “camping und Abenteuer lastig” und klang insgesamt uninspiriert. Dieses Jahr wirkt sie für mich wieder aufregender. Was meinst Du?

Hier zwei Beispiele warum für mich schon das Übersetzen der Inktober-Liste spannend ist:

Beispiel CROWN = Krone

Bei diesem Wort denken wir wohl vor allem an eine Königs-Krone, in Gold und reich verziert auf dem Kopf einer Hoheit. In Schweden könnte das ganz anders sein, hier heißt die Währung auch Kronen.
Neben der Krone auf dem Kopf aus Gold und Edelsteinen, könnte es auch eine aus Blumen oder gar Dornen sein. Um nochmal in die nordischen Länder zu blicken: Lucia trägt zum Lichterfest einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf, der auch eine Krone sein könnte. Der Baum trägt seine Krone und mancher von uns hat sie bereits im Mund über einem lädierten Zahn.

BUTTON = Knopf

So wäre es einfach übersetzt. Doch lese ich das englische Wort befinde ich mich gedanklich auf einer Webseite und suche die Schaltfläche auf die ich klicken sollte. Den Button eben.
Allerdings könnte es auch die Button einer Sonde sein, was aber wahrscheinlich nur wenigen Menschen in den Sinn kommt, nämlich denen, die auf eine PEG oder Magensonde angewiesen sind.

Lese ich das deutsche Wort hingegen, halte ich ein Textil in der Hand und möchte es mit dem Kopf schließen. Oder den Knopf annähen… apropos, da war doch was…

Du merkst also, nicht erst beim Zeichnen kann der Inktober viel Input liefern. Schon beim Nachdenken zu den Worten können die Wege vielfältig sein. Man kann Stunden darauf verwenden sich zu einem Prompt etwas einfallen zu lassen bevor man überhaupt einen Stift in die Hand nimmt.

Der Reiz neben dem Zeichnen ist ja nunmal auch zu schauen, was der Rest der Welt damit macht!

Inktober in einem neuen Stil probieren

Gerade wenn man wenig Zeit hat, ist es vielleicht eine schöne Idee einen einfachen Stil für die 31 Wörter zu nutzen um nicht aufwändige Zeichnungen zu machen und trotzdem etwas zu lernen. Dazu fallen mir zwei schöne Dinge ein: Pictogramme/ Icons und One Line-Illustrationen.

Beides sind stark reduzierte Techniken, die mit wenig auskommen. Außer vielleicht nicht mit wenig Gedanken dazu. Oder auch mit etwas Übung. Einfach mal ein ganzes Blatt voller One Line Krönchen? Wie sähe eine stark reduzierte Form aus?

Wäre das was für Dich?

Gerne verbinden Künstlerinnen auch zwei oder mehrere Prompts zu einer Zeichnung. Dieses Mal könnte ich mir das bei „Ornate / Verzierung“ und „Crown/ Krone“ oder mit „Weave/ Gewebe” sehr gut vorstellen. Genauso wie bei “Ragged/ Zerrissen” und „Rowdy/ Randalierer“. Der „Deal“ zwischen zwei „Rivalen“. Oder wie wäre es mit einem Button um das Licht am Glühwürmchen anzuschalten?

Niemand MUSS sich an die Liste halten!

Nur als Erinnerung, gerade wenn sie Dich nicht anspricht und Du vielleicht schon im Halloween und Grusel-Fieber bist. 

Ein kleiner Spaß zum Inktober: Die vier Typen des Inktobers!

  1. Typ “immer gut vorbereitet”: Dieser Inktober-Typ hat nicht nur das Material immer griffbereit, nein, er erwartet die neue Prompt-List schon mindestens im Monat vorher um die Zeichnungen zu planen – ja mancher sogar, um sie bereits im September zu zeichnen und erst im Oktober am passenden Tag zu posten!
  2. Typ “mal sehn was kommt”: wahrscheinlich die entspanntesten Künstlerinnen. Zeichnen wie es passt – oder eben auch mal nicht. Kein perfekter Zeitpunkt zum Posten, im Zweifelsfall auch nur als Wochenrückblick. Oder eben auch gar nicht.
  3. Typ “meine eigene Liste”: Schon lange gibt es immer wieder Künstlerinnen, die sich die Mühe machen eine eigene Prompt-List zusammen zu stellen. Manchmal komplett unter einem eigenen Thema (Im Oktober bietet sich so vieles an, cozy, Herbst, etc.) und manchmal sogar ein eigenes Thema verbunden mit der Inktober-Liste (Hut ab!). Ich finde diese Listen toll und noch mehr, dass wir alle dazu eingeladen sind uns daran zu beteiligen.
  4. Typ “Euphorie und dann geht die Luft aus”: Hier würde ich mich einsortieren. Allerdings sehe ich das nicht sehr eng. Und das solltest Du auch nicht!

Der Inktober ist kein Wettbewerb – niemand wird Dir einen Preis überreichen für 31 Bilder und 31 Posts. Der Inktober ist auch keine Prüfung – Du bekommst keine Noten, nicht mal eine Teilnahmebescheinigung.

Deswegen sollte sich auch niemand davon stressen oder gar frustrieren lassen, wenn man am 31. Oktober keinen perfekten Inktober vorweisen kann!

Damit nochmal zu den Regeln des Inktober: Ink, post, repeat

Zeichne etwas mit Tusche –ob nun mit Fineliner, Füller, Feder, Pinsel auch dem Brushpen– poste es mit den Hashtags #inktober und #inktober202 auf Deinem Social Media Kanal* – und wiederhole!

*Auf der offiziellen Seite allerdings steht geschrieben: Auch der eigene Kühlschrank zählt als Veröffentlichungs­plattform! Hauptsache jemand sieht es.

Warum INK = Tusche?

Nun, der „Vorteil“ von Tusche liegt direkt auf der Hand: sie ist nur bedingt korrekturfähig. Ist der Strich gesetzt, bleibt er und lässt sich nicht weg radieren. Das gehört zum Konzept. 

Dazu kommt die Reduktion der Farbe beim Zeichnen in Schwarz-Weiß: Keine Farbe um Abzulenken, heißt auch man konzentriert sich auf das Wesentliche. Bei der Bildidee, bei der Komposition und der finalen Zeichnung mit hellen und dunklen Flächen, mit Schattierungen und Schraffur um ein vielfältiges Bild zu erzielen.

Es ist auch eine Übung, sich genau darauf einzulassen und dabei dem Perfektionisten nicht zu Wort kommen zu lassen.

Meine Lieblingsmaterialien für den Tusche-Monat

Die findest Du in meinem Beitrag zur offroadartchallenge 2021. Doch für dieses Jahr habe ich vielleicht was neues vor! Am kommenden Wochenende fahre ich nach Stein bei Nürnberg um an der Akademie Faber-Castell einen Kurs zu Linol-Druck besuchen. Ganz vielleicht wird das ja, zusammen mit dem Inktober, ein schöner Aufhänger direkt am Thema dran zu bleiben. We will see!

Wann solltest Du es lassen mit dem Inktober?!

Eigentlich gibt es keine Gründe warum man sich nicht an einer Zeichen-Challenge beteiligen sollte. Ich weiß, viele Menschen lassen sich schnell unter Druck setzen, spätestens ab dem Punkt wo man nicht mehr hinterher kommt täglich zu zeichnen. Das macht ein ungutes Gefühl und wird zur angezogenen Bremse!

Mach Dir vorher Gedanken ob Du wirklich täglich zeichnen willst und schaffe Dir Zeitfenster. Stehen Termine im Kalender, dann stör Dich nicht dran, dass es mal einen Tag nicht klappt. Genauso ist es, wenn Du keine Zeit (Platz, Licht, Lust…) für ein schickes Insta Foto hast. Keine Idee zu einem Prompt von der Liste? Sch**** drauf und zeichne was Dir einfällt! Lass den Druck raus!

Doch etwas weiteres liegt mir auf der Seele…

Du solltest nicht am Inktober teilnehmen, wenn Du glaubst oder auch nur hoffst, dass er Deine Reichweite, Deine Likes und Herzchen in die Höhe schießen lässt. 

Mit ein bisschen Glück mag es zwar so sein, dass Inktober Posts gut laufen, aber an sich ist es wie bei allem: Dank Algorithmus und vielleicht auch wegen der vielen Teilnehmer (und das sind ja auch mittlerweile ganz viele Hobbyzeichner) ist der Inktober Hashtag schon lange keine Traffic-Maschine mehr für Deinen Insta-Kanal.

Doch gerade über die Likes und Shares fühlen wir uns doch so belohnt, angespornt und dann auch wieder verpflichtet durchzuhalten. Das kann zum Teufelskreis werden. Der Dopamin Kick ist zwar toll, aber um den geht es doch beim Inktober nicht!

Deswegen und in diesem Sinne: Mach mit – für Dich!

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